Arthur Kunrath (links) gratuliert seinem Sohn Volker zur erfolgreichen Wahl
Foto: Kock
BOKEL. Als Wehrführer Hans-Hermann Schnoor während der Jahreshauptversammlung der Bokeler Brandbekämpfer den Tagesordnungspunkt Wahlen aufrief, wusste er bereits, dass ihn ein neuer Mann an der Spitze der Kameraden ablösen wird. Bei Bürgermeister Wolfgang Münster waren zuvor diverse Wahlvorschläge für das Amt des Gemeindewehrführers eingereicht worden. Darunter Volker Kunrath, der von seinen Kameraden vorgeschlagen wurde. Und offensichtlich ein geeigneter Kandidat, denn der bisherige Stellvertreter Schnoors erfüllte alle gesetzlichen Auflagen.
Zuvor erklärte Schnoor, dass es keinen Knatsch gegeben habe. "Mir hat das Amt des Wehrführers sehr viel Spaß gemacht. Doch aus Altersgründen werde ich aus dem aktiven Dienst ausscheiden, und darum ist diese Wahl nötig", so der scheidende Wehrführer. In geheimer Wahl wurde dann Kunrath fast einstimmig in sein neues Amt gewählt. Schnoor gratulierte seinen Nachfolger als erster. Da nun das Amt des Stellvertreters vakant geworden war, musste auch ein neuer Vize-Wehrführer gewählt werden. Vorgeschlagen dafür wurde Thorsten Huckfeldt, der einstimmig in dieses Amt gewählt wurde. Als Schriftführer wurde im Anschluss Andreas Krause bestätigt.
Sechs Alarmierungen
im Jahr 2011
Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde in Anwesenheit zahlreicher Gäste - darunter auch Kreiswehrführer Bernd Affeldt sowie eine große Anzahl Ehrenmitglieder - der Jahresbericht vorgetragen. Insgesamt gab es sechs Alarmierungen für die Bokeler Kameraden im Jahr 2011. "Wir werden mit den anderen Wehren des Amtes Hörnerkirchen zusammen als Löschhilfe alarmiert. In einigen Fällen konnten wir sofort von der Einsatzstelle wieder einrücken", so der Wehrführer. Doch beim Großbrand in Osterhorn war die Anwesenheit der Kameraden aller Wehren, dazu die Drehleiter aus Barmstedt, erforderlich. Darüber hinaus erwähnte Schnoor diverse Übungen, Lehrgänge von Kameraden sowie die Teilnahme am Kreisfeuerwehrmarsch. Mit Stolz berichtete er von der Leistungsbewertung "Roter Hahn" - Stufe 2, die der Bokeler Wehr zuteil wurde. "Wir haben erfolgreich teilgenommen und sind die erste Wehr im Kreis Pinneberg, die diese Auszeichnung bekommen hat", so Schnoor.
Geehrt wurden aber auch mehrere Mitglieder der Bokeler Wehr: Für zehn Jahre Zugehörigkeit Malte Münster, Jens Springer und Thorsten Huckfeldt. 20 Jahre dabei ist Rainer Wulf, 30 Jahre Bernd Münster. Aus der Ehrenabteilung wurden Gustav Thies und Ernst-Otto Kröger für eine jeweils 50-jährige Zugehörigkeit geehrt.
Derzeit verfügt die Wehr über 26 aktive Mitglieder und 19 Ehrenmitglieder. Zusätzlich sind sechs Jugendliche aus Bokel in der Jugendfeuerwehr Hohenfelde-Westerhorn aktiv.
Osterhorn - In der Nacht zu Sonntag ist in Osterhorn ein landwirtschaftlich genutztes Haus niedergebrannt. Personen wurden nicht verletzt.
Etwa 80 Einsatzkräfte von vier freiwilligen Feuerwehren löschten.
Die ehrenamtlichen Helfer retteten unter anderem zwei Pferde. Sie verhinderten außerdem eine weitere Ausbreitung des Feuers auf benachbarte Gebäude.
Um 1.36 Uhr heulten im Amtsbezirk Hörnerkirchen die Sirenen. Aus dem Dachstuhl des älteren Hauses loderten beim Eintreffen der ersten Kräfte Flammen. Außer den amtsangehörigen Wehren Brande-Hörnerkirchen/Osterhorn, Westerhorn und Bokel alarmierte die Kooperative Regionalleitstelle West in Elmshorn auch die Feuerwehr Barmstedt mit einer Drehleiter. Das betroffene Objekt war ein Haus mit einer Grundfläche von etwa 15 mal 25 Metern. Der hintere Trakt beherbergte einige kleine Stallungen für Großtiere und war mit Blech gedeckt.
Das vordere Drittel war dem Wohnen vorbehalten und mit Pfannen gedeckt. Wegen des starken Windes konnte sich das Feuer innerhalb kurzer Zeit über die gesamte Länge des Dachstuhls ausbreiten. Die Bewohner hatten das Haus vorm Eintreffen der Feuerwehr verlassen. Den Brandbekämpfern gelang es noch, zwei Pferde und einen Hund aus dem Gebäude zu retten. Danach war ein weiteres Betreten nicht möglich, da bereits die ersten Balken herabfielen.
Einsatzleiter Jens Grafe, stellvertretender Wehrführer der FF Brande-Hörnerkirchen/Osterhorn, ließ im Außenangriff von beiden Gebäudeseiten zeitweise sieben Strahlrohre sowie des Wenderohr der Barmstedter Drehleiter einsetzen. Etwa zwei Stunden nach Einsatzbeginn war das Feuer weitestgehend gelöscht. Um Brandnester zu erreichen, wurden mit einem Bagger die Bleche des hinteren Daches abgerissen. Nach und nach konnten ab dann die ersten Kräfte aus dem Einsatz entlassen werden. Die FF Brande-Hörnerkirchen/Osterhorn rückte nach etwa fünf Stunden ein.
Der Sachschaden dürfte im sechsstelligen Euro-Bereich liegen. Zur Brandursache können derzeit keine Angaben gemacht werden. Die Kripo hat die Ermittlungen aufgenommen.
Stolz präsentiert der Bokeler Wehrführer Hans-Hermann Schnoor die Urkunde zur bestandenen Leistungsprüfung "Roter Hahn". Kreisbrandmeister Bernd Affeldt (rechts) sowie die Prüfer Lars Breckwoldt (links) und Volker Feege gratulierten. Foto: kamin
Bokeler Kameraden erreichen als die ersten im Kreis Pinneberg
die zweite Stufe der Bewertung "Roter Hahn"
Die Freiwillige Feuerwehr Bokel hat als erste Wehr im Kreis Pinneberg die zweite Stufe im Rahmen der Leistungsbewertung "Roter Hahn" erreicht.
Die Prüfung, die von den Feuerwehrleuten unter den wachsamen Augen von Volker Feege und Lars Breckwoldt absolviert wurde, umfasste unter anderem den Bereich Knoten und Stiche, eine Löschübung und eine Sicherheitsschulung. Darüber hinaus kontrollierten die Prüfer die Ausrüstung der Wehr, vom Gerätehaus über das Fahrzeug bis hin zur Schutzkleidung. "Die Prüfung für die Stufe zwei baut auf die erste Prüfung auf", erläutert Feege. "Wir haben uns ein gutes Jahr lang auf die Leistungsstufe zwei vorbereitet. Direkt vor unserem Prüfungstermin haben wir noch zweimal geübt", so Wehrführer Hans-Hermann Schnoor.
Dass sich diese umfassende Vorbereitung gelohnt hat, wurde in allen Prüfungsbereichen deutlich. Ohne Probleme konnten die Feuerwehrleute den Prüfern verschiedene Knoten vorführen und ihr Einsatzfeld erläutern, die Besonderheiten eines Wintereinsatzes im Gespräch mit ihrem Sicherheitsbeauftragen Martin Vollstedt hervorheben. Die Löschübung war schließlich der Höhepunkt der Prüfung. Die simulierte Lage: In einer Scheune hat es bei Schweißarbeiten eine Verpuffung gegeben. Eine Person wird vermisst. Die Feuerwehrleute müssen sowohl einen Löschangriff aufbauen, als auch unter Atemschutz die vermisste Person suchen.
Das Fazit der Prüfer: "Der Ausbildungsstand der Wehr ist sehr gut. Die Handhabung der Gerätschaften wurde einwandfrei vorgeführt." Mit Blick auf die Leistungsbewertung der Stufe eins sagte Feege: "Wir konnten eine deutliche Leistungssteigerung verzeichnen. Von maximal 351 Punkten und mindestens 200 Punkten habt Ihr heute 303,5 Punkte erreicht. Das ist ein sehr gutes Ergebnis." Lob gab es auch vom zweiten Prüfer Lars Breckwoldt. Dem war die gute Koordination der Atemschutzträger bei der Löschübung besonders aufgefallen.
"Es ist vollbracht. Ich bin stolz auf Euch. Es hat Spaß gemacht Euch zuzusehen. Ihr wart mit Feuer und Flamme bei der Sache und habt Euch Euren zweiten Stern wirklich verdient", stellte der Kreisbrandmeister Bernd Affeldt abschließend fest.
Unser Dorf: Das Team der Regionalausgabe auf Sommertour in der Gemeinde, die mit einer Großfamilie, einer Pferdezucht und der Feuerwehr als Helfer in allen Lebenslagen glänzt
Gruppenfoto der Bokeler mit dem Abendblatt-Smart im Strandbad am Bokeler Mühlenteich Foto: Michael Stemmer
Der Boden in Bokel ist sandig und nicht besonders fruchtbar. Letzteres gilt zumindest nicht für Familie Wulf, die in dem kleinen Dorf im Norden des Kreises wohnt. Vor 15 Jahren kamen die Wulfs mit Tochter Hannah nach Bokel. Inzwischen hat die 16-Jährige neun Geschwister bekommen - drei Schwestern und sechs Brüder. Das jüngste Familienmitglied ist die einjährige Svenja. "Die Familienplanung ist nicht unbedingt abgeschlossen", schmunzelt Mutter Sabine Wulf. "Bis ich 40 bin, muss man bei mir mit allem rechnen." Die zwölfköpfige Familie wohnt in einem ehemaligen Bauernhof am Rand von Bokel. Jedes der Kinder hat ein eigenes Zimmer, am großen Holztisch im Wohnzimmer trifft man sich zum Essen.
Sieben Mitglieder der zwölfköpfigen Großfamilie Wulf
Foto: Carolin Stihler
Weitläufige Felder umgeben den Hof, die Kinder können sich hier frei bewegen. "Hier haben wir den Platz und die Freiheit. Woanders würden wir auffallen wie die Flodders", sagt die 37 Jahre alte Mutter. Auch in Bokel fallen die Wulfs auf - doch im Gegensatz zu der berühmten Fernsehfamilie sehr positiv. "Die Kinder sind wirklich gut erzogen", sagt Nachbarin Marga Trede. Sie und ihr Mann Helmut wohnen auf dem Hof nebenan und sind in Bokel tief verwurzelt. "Ich hatte nie die Wahl, woanders zu leben", sagt der Landwirt.
Marga und Helmut Trede
Foto: Carolin Stihler
Als einziger Sohn hatte Helmut Trede den Bullenmastbetrieb ganz selbstverständlich von seinen Eltern übernommen. Der mit über 20 Höfen vor allem landwirtschaftlich geprägte Ort Bokel, in dem er geboren wurde, interessiert ihn in besonderer Weise. Er forschte über die Geschichte von Bokel und die anderen "Hörner Dörfer". Nach zehn Jahren aufwendiger Recherche entstand die umfangreiche Chronik "Die Hörner Dörfer". Der ehrenamtliche Leiter des Archivs in Barmstedt weiß fast alles über die Geschichte des Dorfes: "Die Fakten habe ich zusammengetragen, nur erfährt man nie etwas über die Emotionen der Menschen, die in Bokel gelebt haben", sagt er. Dafür weiß seine Frau Marga , was die Frauen heutzutage im Land umtreibt. Die Präsidentin der Landfrauen in Schleswig Holstein hat viele Eisen im Feuer. "Unter anderem wollen wir erreichen, dass die Infrastruktur in Bokel besser wird", sagt Marga Trede. Bisher fährt kein Bus durch Bokel, und auch die Internetverbindung lässt zu wünschen übrig. Die kleinen Unannehmlichkeiten macht die idyllische Landschaft wieder wett. "Unser See prägt unseren Ort", sagt Bürgermeister Wolfgang Münster. Im Sommer wird der Bokeler Mühlenteich, wie der See offiziell heißt, zum Baden genutzt, im Winter zum gefahrlosen Schlittschuhlaufen. "Der See ist an keiner Stelle tief genug, um zu ertrinken", sagt Münster. Nasse Füße hätte sich hier aber schon jeder Bokeler einmal geholt.
Bürgermeister von Bokel, Wolfgang Münster.
Foto: Carolin Stihler
Nur einen einzigen Laden gibt es im Ort. Der hat allerdings nicht nur ungewöhnliche Öffnungszeiten von 5 bis 10 Uhr morgens zu bieten, sondern auch alles was das Herz der Dorfgemeinschaft und der Berufspendler begehrt. "Die Handwerker trinken auf dem Weg zur Arbeit bei uns Kaffee und essen belegte Brötchen", sagt Helga Carstensen, die bei ihrem Sohn im Laden aushilft. Schwiegertochter Birgit Carstensen ist für den Partyservice mit Getränkelieferungen und Kühlanhänger zuständig. Früher hatte der Laden ganztags geöffnet, doch die meisten Kunden kommen zwischen 5 und 8 Uhr. Nach 10 Uhr ist in dem kleinen Gemischtwarenladen laut Helga Carstensen nichts mehr los.
Helga und Birgit Carstensen (l.) mit Marina Vollstedt (r.) vor dem Dorfladen
Foto: Carolin Stihler
Dass in Bokel gesellschaftlich was los ist, dafür sorgt vor allem die Feuerwehr. Ob Tanz in den Mai, Ernteball, der jährliche Bingoabend, Feuerwehrball oder das große Strandfest am See - für all diese Veranstaltungen ist die Feuerwehr zuständig. "Das geben die Kameraden unserem Dorf freiwillig und mit viel Herzblut", lobt Bürgermeister Wolfgang Münster.
Über Nachwuchs bei der Freiwilligen Feuerwehr muss sich Bokel keine Sorgen machen. Acht Mitglieder hat die Jugendfeuerwehr aus dem Dorf, die von Jens Springer geleitet wird. Seine Tochter Celina ist eine davon. "Ein Mädchen bei der Feuerwehr ist immer noch ungewöhnlich", sagt die 13-Jährige. Doch die Teamarbeit reizt sie ebenso wie die Ausflüge und Freizeiten, die die Jugendfeuerwehr veranstaltet.
Jens Springer mit Tochter Celina von der Freiwilligen Feuerwehr
Foto: Carolin Stihler
"In Bokel geht man entweder zur Freiwilligen Feuerwehr oder zum Reitverein", sagt Christiane Tropschug, Breitensportbeauftragte beim Reit- und Fahrverein von Zieten. Viele Bokeler Kinder wachsen mit Pferden auf und treffen sich bei Kursen und Turnieren, die der Verein veranstaltet. "Auf die Gemeinschaft unserer Mitglieder kann man sich verlassen", sagt die Vorsitzende Annika Kreutzfeld. Der Reitverein hat 148 Mitglieder, die alle ordentlich mit anpacken, wenn es darum geht, ein Turnier zu organisieren.
Der Bokeler "Reit- und Fahrverein von Zieten" präsentiert sich
Foto: Carolin Stihler
Springreiten lernt die Dorfjugend auf dem Morgenländer Hof, den Deike Ahsbahs und ihr Vater Jochen betreiben. Auf den Koppeln des Pferdezuchtbetriebs stehen große Herden der majestätischen Holsteiner, die als hervorragende Springpferde gelten. "Die Tiere können hier aufgrund der sandigen Böden das ganze Jahr draußen stehen", erklärt Deike Ahsbahs die Vorzüge von Bokel für ihre edlen Zuchtpferde. In diesem Jahr konnte sie sich über 15 neue Fohlen freuen. Dabei habe die Zucht mit der natürlichen Fortpflanzung nicht mehr viel zu tun, sagt die 28-jährige Pferdewirtin. Die Samen der wertvollsten Hengste können EU-weit bestellt und den Stuten des Morgenländer Hofes eingepflanzt werden. "Die Kunst daran ist, den Hengst mit den passenden Eigenschaften zu der Stute zu finden." Ein Zuchterfolg sei dennoch nicht garantiert. Mehr als hundert Holsteiner verschiedener Besitzer haben bei Ahsbahs ein Zuhause. Manche bleiben jahrelang, andere werden bereits als Fohlen verkauft. "Natürlich hängt man an manchen Tieren besonders", sagt sie. Doch ohne Herzblut würde ihr Job auch keinen Sinn machen.
Pferdewirtin Deike Ahsbahs züchtet und umsorgt Holsteiner Pferde
Foto: Carolin Stihler
Das Motto der Bokeler "Entweder Feuerwehr oder Reitverein" trifft auch auf die Großfamilie Wulf zu. Zwei der Söhne und der Vater sind bei der Freiwilligen Feuerwehr, die Töchter haben zwei eigene Pferde. Den Ansprüchen der 16-jährigen Hannah wird das kleine Dorf Bokel jedoch inzwischen nicht mehr gerecht. Sie will lieber shoppen und sich mit Freunden in der Disco treffen, als reiten oder Feuer löschen.
Das Hotel "Bokeler Mühle" am See mit dem malerischen Pavillon
4. Februar 2011 | 06:30 Uhr | Von Carsten Wittmaack
Die geehrten, beförderten und gewählten Bokeler Feuerwehrkameraden um Wehrführer Hans-Hermann Schnoor (Mitte). Foto: caw
Malte Münster bleibt Leiter des Atemschutzes und Martin Vollstedt Sicherheitsbeauftragter. Das ergaben die Wahlen während der Hauptversammlung der Feuerwehr Bokel. Neu in Amt und Würden ist Rainer Wulf als Gerätewart. Er löst seinen Vorgänger Willi Huckfeldt ab, der den Posten aus Altersgründen abgab. In seinem Jahresbericht ließ Wehrführer Hans-Hermann Schnoor das vergangene Jahr noch einmal Revue passieren. Fünf Mal mussten die Brandbekämpfer 2010 ausrücken, doch nur zwei Mal war ein Feuer zu löschen, drei Mal ging es um technische Hilfeleistungen. Die Freiwillige Feuerwehr Bokel zählt zurzeit 25 aktive Kameraden, hinzu kommen 17 Ehrenmitglieder, fünf Witwen von Feuerwehrmännern und exakt 99 fördernde Mitglieder.
Sieben Jugendliche bereiten sich in der Jugendfeuerwehr Hohenfelde/Westerhorn auf ihren aktiven Dienst vor. Schnoor bedankte sich in seiner Ansprache bei der Lokalpolitik für die gute Zusammenarbeit. Am 30. August nahm die Bokeler Wehr mit Erfolg an der Leistungsbewertung Roter Hahn Stufe eins teil. Für den kommenden August hat man sich bereits für die Prüfung der Stufe zwei angemeldet. 2010 wurde die Wehr mit neuen Feuerwehrhelmen im Wert von über 4700 Euro ausgestattet.
Die Atemschutzträger bekamen neue Latzhosen für 2500 Euro. "Für dieses Jahr steht die Anschaffung von Atemschutzgeräten und Masken an", so Schnoor. Die jetzigen Geräte seien 30 Jahre alt und würden nicht mehr den aktuellen Vorschriften entsprechen. Einen besonderen Dank richtete der Wehrführer an den Festausschuss und seine fünf Mitglieder Wilhelm Schnoor, Thorsten Huckfeldt, Dirk Schröder, Jens Springer und Götz Reimer, der zukünftig den ausgeschiedenen Willi Huckfeldt ersetzen wird.
Der 63-Jährige ist seit 1997 Chef der Freiwilligen Feuerwehr Bokel. "Mir macht das Ehrenamt immer noch Spaß", versichert Schnoor - um hinzuzufügen: "Aber es macht auch viel Arbeit." 200 bis 250 Stunden flössen pro Jahr in seine Tätigkeit als Wehrführer. 1977 trat Schnoor in die Bokeler Wehr ein.
Bevor ihn seine Kameraden zu ihrem Chef bestimmten, war er als Atemschutz- und Funkwart tätig. Seine Familie trug die Doppelbelastung aus Beruf und Wehr stets mit. Schnoors berufliche Karriere begann 1963 mit seiner Ausbildung bei der Post zum Elektromechaniker. Es folgten eineinhalb Jahre Bundeswehr und von 1971 bis 1995 Jahre als Ausbilder bei der Post.
Als die Elmshorner Ausbildungsstätte 1995 aufgelöst wurde, wechselte Schnoor in den Service-Bereich und die Kundenbetreuung. Seit drei Jahren ist der 63-Jährige Rentner. Zeit also für "seine" Wehr, deren Hauptversammlung er gerade leitete .
Osterhorn: Feuerwehr verhindert Großbrand auf Resthof
Von: Michael Bunk
Datum: Dienstag, 11. Mai 2010, 22.47 Uhr
Einsatzort: Osterhorn, Dorfstraße
Einsatz: Feuer mittel
Osterhorn – Gemeldet war ein brennendes Stallgebäude an der Dorfstraße in Osterhorn, doch so schlimm kam es zum Glück nicht, als am späten Dienstagabend gegen 22.47 Uhr die Freiwilligen Feuerwehren des Amtsbezirks Hörnerkirchen alarmiert wurden. Die etwa 70 Einsatzkräfte unter der Leitung von Dieter Dräger, Wehrführer der FF Brande-Hörnerkirchen/Osterhorn, verhinderten mit einem gezielten und schnellen Löschangriff, dass aus dem schwelenden Heu ein Großbrand wurde. Bei dem betroffenen Gebäude an der Dorfstraße handelt es sich um einen kleinen Resthof mit kombiniertem Wohn- und Stallgebäude. An der Einfahrt zur Diele brannten aus noch ungeklärter Ursache Heu und Holzpaletten. Die Bewohner hatten die Feuerwehr alarmiert und dann mit dem Gartenschlauch erfolgreich erste Löschversuche unternommen. Wenige Minuten später übernahmen die ehrenamtlichen Kräfte der drei Wehren. Sie dämmten den Brand unter schwerem Atemschutz auf den Entstehungsort ein und kontrollierten Dach- und Türbereich eingehend. Nach etwa einer halben Stunde konnten die Helfer ihr Gerät einpacken und in die Gerätehäuser einrücken.
Kräfte FF Brande-Hörnerkirchen/Osterhorn: ca. 30 Kräfte, 2 Fahrzeuge FF Westerhorn: ca. 20 Kräfte, 2 Fahrzeuge FF Bokel: ca. 20 Kräfte, 1 Fahrzeug Polizei: 2 Streifenwagen Rettungsdienst: 1 RTW in Bereitstellung Einsatzleiter: Dieter Dräger, Wehrführer FF Brande-Hörnerkirchen/Osterhorn
Brande-Hörnerkirchen: Großer Lagerschuppen einer Tischlerei niedergebrannt
Von: Michael Bunk
Datum: Freitag, 12. März 2010, ca. 15.45 Uhr
Einsatzort: Brande-Hörnerkirchen, Bahnhofstraße
Einsatz: Feuer 3, groß
Foto: Hans-Jürgen Bunk
Brande-Hörnerkirchen
Bei einem Großfeuer ist am Freitagnachmittag in Brande-Hörnerkirchen der Lagerschuppen einer Tischlerei an der Bahnhofstraße niedergebrannt. Etwa 80 Kräfte der freiwilligen Feuerwehren Brande-Hörnerkirchen/Osterhorn, Bokel und Westerhorn bekämpften die Flammen mehr als eineinhalb Stunden lang. Sie verhinderten ein Übergreifen des Feuers auf Nachbargebäude. Einen Kleinbus der Sprinterklasse hatte der Besitzer noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr aus der Halle fahren können.Der mit Blechplatten verkleidete Schuppen hatte eine Grundfläche vonzirka 30 mal 8 Meter. Er stand beim Eintreffen der ersten Kräfte bereitsin Vollbrand. Darin war unter anderem Holz für den Tischlereibetrieb gelagert,aber keine Maschinen. Die Feuerwehr setzte sechs Strahlrohre ein. Sie schützten vorrangig Nachbargebäude.
Wegen der starken Rauchentwicklung mussten die Einsatzkräfte unter schwerem Atemschutz vorgehen. Für eine ausreichende Wasserversorgungließ die Einsatzleitung den Druck der Leitung durch das Wasserwerk erhöhen.Das Feuer war nach etwa 45min so weit gelöscht. Da das Gerippe aber stark einsturzgefährdet war, riss ein Bagger die Wände ein. Anschließend wurden die letzten Brandnester abgelöscht.Personen wurden nicht verletzt. Die Höhe des Sachschadens und die Brandursache stehen noch nicht fest.
Kräfte FFen Brande-Hörnerkirchen/Osterhorn, Bokel und Westerhorn: 5 Fahrzeuge, 80 Kräfte Einsatzleiter: Dieter Dräger, Wehrführer der FF Brande-Hörnerkirchen/Osterhorn